Home | Archiv | Impressum
09. August 2019
"Klima-Kollaps", titelte die FAZ gestern. "Die Rettung der Erde, wie wir sie kennen, ist ein Kampf gegen die Zeit." Ausgerechnet die FAZ. War es doch insbesondere die FAZ, die noch vor wenigen Jahren vor allzu viel Öko warnte und stattdessen den klassischen Kapitalismus hochhielt. "Wir müssen unser Lebensmodell mit den Grundlagen des Planeten übereinbringen. Wir schädigen mit unserer Wirtschaftsweise den Planeten", zitierte die FAZ Winfried Kretschmann. Das war im Jahr 2011. Eigentlich eine ganz vernünftige Einstellung. Dennoch entblödete sich FAZ-Korrespondent Winand von Petersdorff-Campen nicht, Deutschland auf dem Weg in die Ökodiktatur zu wähnen: "Es sind längst nicht mehr nur die Grünen, die in private und unternehmerische Freiheiten hineinregieren, um das Volk auf einen ökologischen Lebensstil zu trimmen. Es wächst eine Ökotyrannei in Deutschland, sie stützt sich auf eine große Mehrheit. Und die Bundesregierung steht an der Spitze." (FAZ vom 16.05.2011)
Viel zu lange hat man diejenigen, die seit Jahrzehnten vor dem Kollaps gewarnt haben, als wirtschaftsfeindliche Ökospinner belächelt. Doch mittlerweile ist es unübersehbar: Das fragile Netz, das unsere Ökosphäre zusammenhält, beginnt wie seit langem angekündigt zu reißen. Erschrickt jetzt endlich auch die FAZ? Sind ihr die - Verzeihung - dämlichen Kommentare von früher wenigstens peinlich? Wir müssen alle umdenken. Die einen mehr, die anderen weniger. Und es ist angesichts der Herausforderung keineswegs damit getan, den Diesel-SUV gegen einen Elektro-SUV einzutauschen. Wir werden uns noch wünschen, wir hätten rechtzeitig auf die Ökospinner gehört.
Home | Archiv | Impressum