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07. September 2019
"Forscher warnt: Gretas Forderungen bringen Menschen in Gefahr", titelt die zum Springer-Konzern gehörende BZ. BILD haut in die gleiche Kerbe: "Greta Thunberg: Forscher findet ihre Forderungen gefährlich." Beiden Blättern zufolge heißt besagter Forscher Björn Lomborg. Es lohnt sich, bei Wikipedia nachzuschlagen, wer das ist. Zunächst: Lomborg ist kein Klimaforscher, sondern Politikwissenschaftler. "2003 rügte das Dänische Komitee für unredliches Verhalten in der Wissenschaft Lomborg für sein Buch The Skeptical Environmentalist", schreibt die Enzyklopädie. Lomborg habe "in seinem Buch u.a. erfundene Daten genutzt, selektiv unerwünschte Ergebnisse aussortiert und vorsätzlich irreführende statistische Methoden angewandt (...), zudem Plagiate begangen und Ergebnisse anderer Forscher vorsätzlich falsch interpretiert." Das dänische Ministerium für Wissenschaft, Technik und Innovation urteilte: "Objektiv gesehen fällt die Veröffentlichung der betreffenden Arbeit unter den Begriff der wissenschaftlichen Unehrlichkeit." Sie verstoße "eindeutig gegen die Standards der guten wissenschaftlichen Praxis". Lomborg wurde nur deshalb vom Vorwurf der wissenschaftlichen Unlauterkeit freigesprochen, "da nicht nachgewiesen werden konnte, dass das Buch überhaupt ein wissenschaftliches Werk sei". Lomborg wurde mangelnde Expertise attestiert.
Natürlich darf man alles kritisieren und soll alles hinterfragen, so funktioniert die Wissenschaft. Doch als Kronzeuge gegen Greta Thunberg taugt der "Forscher" Björn Lomborg offenkundig nicht. Seine wissenschaftliche Reputation scheint nämlich, milde ausgedrückt, nicht die allerbeste zu sein.
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